„Wir zaudern, wir brennen“ und können es kaum erwarten, Tim Holland AUF WEITER FLUR im Dichterhaus begrüßen zu dürfen. Tim Hollands Texte sind einfühlsame Verdichtungen zu den großen und kleinen Themen der Gegenwart; Liebesbriefe an Gletscher und eine Hommage an die unaufhaltsamen Kreisläufe der Natur.
„Mit poetischem Eifer“, so heißt es auf der Seite von Kiepenheuer & Witsch, stellt sich Tim Holland den „klimatologischen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen“ und den Lesenden bleibt nichts anderes übrig, als fortgetragen zu werden, in eine Zukunft, die entworfen wird, die „möglich, wenn nicht sogar notwendig ist“.
Zum Flur: informell, flüchtig, unprätentiös und unterschätztes Herzstück des kleinen Dichterhauses im Kasseler Auefeld. „Auf weiter Flur“ entsteht wortwörtlich ein neuer Raum für poetische Sprache.

Für alle Lyrik-Nerds: Der Ausdruck „Auf weiter Flur“ entstammt dem Gedicht „Schäfers Sonntagslied“ von Ludwig Uhland und malt das sprachliche Bild eines lyrischen Ichs, welches sich allein „auf weiter Flur“ befindet. Das romantische Motiv der Einsamkeit wird in dem Projekt dadurch aufgegriffen, dass der Flur des Dichterhauses als Lesebühne fungieren soll und die Dichter:innen alleine auf der Bühne stehen, während das Publikum in den Zimmern des Dichterhauses verteilt sitzt und den Worten lauscht. Die Dichterinnen und Dichter befinden sich dann wortwörtlich „auf weiter Flur“- auf dem Flur des Dichterhauses.
Die poetische Sprache, die wir auch in den Werken von Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner finden, soll das Dichterhaus auf poetische Art zum Leben erwecken.
Moderation: Paula Metauge & Jürgen Röhling
Dichterhaus Brückner Kühner | Hans-Böckler-Str. 5 | 16. November | 18.30 Uhr

Tim Holland ist Autor, Literaturvermittler und Co-Verleger von hochroth München. Nach einer Ausbildung zum Buchhändler in Tübingen, studierte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Heute lebt er in Berlin.
Im Herbst 2026 erschienen zwei Essays: „Angst“ und „Wenn Muskeln weinen“ – und so unterschiedlich die beiden sind, im Kern kreisen beide um ein Gefühl: Unsicherheit und Angst angesichts der gegenwärtigen Welt. Sein futuristisches Langgedicht „wir zaudern, wir brennen“ erschien bereits 2022. „vom wuchern“ war mein Debüt 2016.
Tim Hollands Arbeit wurde mehrfach unterstützt und ausgezeichnet. Unter anderem mit einem Jahresstipendium des Deutschen Literaturfonds, einem Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg, Aufenthaltsstipendien in Gelsenkirchen, Hausach und Schöppingen und dem ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg.
Ein wichtiger Teil seiner künstlerischen Praxis ist die Vermittlung von Literatur. Er leitet mehrsprachige und inklusive Schreibwerkstätten, arbeiter mit Texten in Communitys und konzipierr offene Literaturveranstaltungen. Im Schuljahr 25/26 und 26/27 ist er als Gegenwartslyriker im Programm „Spielt Gedichte“ der Stiftung Brückner-Kühner involviert.