30. und 31. Oktober 2026 | 19 Uhr: 11 Frauen im Palais Bellevue – Valeska Weber mit dem Trio Grandezza

Inspiriert von der Skulptur 11 Frauen – 11 Jahrhunderte lässt die Schauspielerin Valeska Weber mit ihrer Lesung Leben, Wirken und Texte der im Denkmal gewürdigten Persönlichkeiten lebendig werden.

Das Trio Grandezza (Constanze Betzl – Flöte, Anne Ringborg – Fagott, Christine Weghoff – Akkordeon) begleitet den Abend musikalisch mit Werken von Komponistinnen aus dem zeitlichen und kulturellen Umfeld der porträtierten Frauen sowie mit zwei Uraufführungen.  

Im dritten Zyklus 2026 stehen Christine Brückner, Sara Nussbaum und Elisabeth Selbert im Mittelpunkt. 

Kompositionsauftrag für das Trio Grandezza

In Kooperation und mit Unterstützung der Stiftung Brückner-Kühner hat das Trio Grandezza zusammen mit der Sprecherin Valeska Weber einen Kompositionsauftrag vergeben. Die international renommierte Komponistin Vivienne Olive ließ sich dabei von Christine Brückners Roman Jauche und Levkojen inspirieren.
Der Titel ihres Werks Melolontha-Poenichen-Suite greift den wohlklingenden wissenschaftlichen Namen des Maikäfers auf. Ausgangspunkt der Komposition ist das traditionelle Lied Maikäfer flieg, dessen Text Krieg, Zerstörung und Flucht thematisiert. Die vier Sätze – Allemande, Courante, Sarabande sowie Passacaglia und Fuga – orientieren sich an barocken Tanz- und Kompositionsformen.
Parallel zum Verlauf des Liedes verbindet Olive die Musik mit ausgewählten Textpassagen des Romans, die das Verlassen der pommerschen Heimat und die Flucht gen Westen schildern. Diese Auszüge werden von einer Sprecherin gelesen und treten in einen eindrucksvollen Dialog mit der Musik.
Die Uraufführung findet im Rahmen der Veranstaltung 11 Frauen im Bellevue am 30. Oktober 2026 um 19 Uhr im Palais Bellevue in Kassel statt.

Über die Komponistin Vivienne Olive

Vivienne Olive wurde 1950 in London geboren. Im frühen Alter bekam sie Klavier- und Musiktheorieunterricht und studierte Cembalo und Orgel am Trinity College of Music in London. 1968 setzte sie ihre Musikstudien an der Universität York, England fort (B.A.). Danach spezialisierte sie sich auf Komposition, zuerst bei Bernard Rands (York), dann bei Franco Donatoni (Mailand), Roman Haubenstock – Ramati (Wien) und Klaus Huber
(Freiburg). 1975 promovierte sie im Fach Komposition (D.Phil., Universität York). In Freiburg setzte sie ihre Cembalostudien bei Stanislav Heller fort. Sie bekam verschiedene Preise und Auszeichnungen, u.a. den ersten Preis beim GEDOKWettbewerb für Komponistinnen (Leni-Neuenschwander-Preis), den Stuttgarter
Förderungspreis („Tomba di Bruno“), den ersten Preis der Stadt Hameln für Werke für Jugendorchester („An English Suite“), und eine Auszeichnung von der Bachakademie Stuttgart („Stabat Mater“). 2019 bekam sie einen Sonderpreis von Furore Verlag für ihr Werk, „Les oiseaux fous“. Seit 1975 wohnt sie in Deutschland. 1979 wurde sie an das Meisersingerkonservatorium (später Hochschule für Musik) Nürnberg als Dozentin für Musiktheorie und Komposition berufen.

Von 1993 bis 1995 verbrachte sie zwei Jahre in Australien, wo sie nicht nur als Dozentin an der James Cook University, North Queensland tätig war, sondern auch das Musikfestival Contempofest Townsville 94 initiierte und leitete. 2004 war sie „Composer inResidence“ in Bundanon, New South Wales, Australien. 2014 wurde sie zur Honorarprofessorin an der Hochschule für Musik Nürnberg ernannt. Im selben Jahr gründete und leitete sie bis 2022 das Brixworth Music Festival in England. Sie war Gründungsmitglied und ist im erweiterten Vorstand vom Archiv Frau und Musik (https://www.archiv-frau-musik.de).

Mehr Infos unter: www.vivienne-olive.de