Die LITERATURA ist eine Kooperation von Literaturhaus Kassel, Caricatura Galerie und Stiftung Brückner-Kühner. Die Veranstaltungsreihe findet dieses Jahr in weiterer Zusammenarbeit mit dem Sara Nussbaum Zentrum statt und begleitet die Ausstellung »Haben Juden nichts zu lachen? – Cartoons zu jüdischem Leben in fordernden Zeiten« mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm.

Tickets zu den einzelnen Veranstaltungen sind online über das Literaturhaus Kassel erhältlich.

PROGRAMMÜBERSICHT

Auftakt: Lesung und Gespräch mit Sonali Beher

Donnerstag | 28.5.2026 | Palais Bellevue | 19 Uhr

Sonali Beher (privat)

In ihrem aktuellen Romanprojekt widmet sich Sonali Beher den Themen Heimat, Identität und der Zukunft Deutschlands. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, eine beeindruckende junge Stimme der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur kennenzulernen: ruhig und zugleich spannend erzählt sie, mit einem feinen Gespür für Sprache und Humor.

Sonali Beher wurde 1995 geboren und studiert Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben ihrem Studium ist sie als Werkstudentin bei Greenpeace aktiv. Ihre Texte wurden in Literaturmagazinen wie der Tippgemeinschaft veröffentlicht, zuletzt 2026 mit einem Auszug aus »Abschied einer Angestellten«.

Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet: 2024 gewann sie mit ihrem Minidrama „Mensch mit Kopf“ den Minidramenwettbewerb des Kabinetttheaters Wien. 2025 erhielt sie ein Stipendium des Goethe-Instituts und war im Rahmen dessen auf Lesereise in den USA.

Im Mai und Juni 2026 ist sie als „Land in Sicht“-Stipendiatin des Hessischen Literaturrats zu Gast in Kaufungen im Landkreis Kassel.

Alexander Estis liest „Am Anfang war Schmonzes“

Freitag | 29.5.2026 | Caricatura – Galerie für Komische Kunst im Kulturbahnhof | 19 Uhr

Was ist schlimmer: »oj wej« oder »oj oj«? Wieso ist Jiddisch sprechen wie Liebe machen? Wie kann es sein, dass es mehr jüdische Freunde gibt als Juden und dass viele Menschen in Deutschland fast keine Antisemiten sind?
Der preisgekrönte Satiriker und Erzähler Alexander Estis ist um keine Antwort verlegen. Er weiß, was sich mit Moische zutrug, als er ein goj wurde, ob der Moschiach Tante Klara mit ihrer Arthritis helfen wird, warum Mischa ein großer Dichter ist, obwohl er nichts schreibt – und vor allem wie man unwichtige Fragen von noch unwichtigeren unterscheidet.
Wer all das ebenfalls wissen möchte – und womöglich sogar noch viel weniger –, wird in diesem Buch Antworten finden, die vielleicht sogar beinahe stimmen.

Alexander Estis wurde 1986 in einer jüdischen Künstlerfamilie in Moskau geboren. 1996 siedelte er nach Hamburg über. Nach Abschluss des Studiums lehrte er deutsche Sprache und Literatur an verschiedenen Universitäten, darunter in Freiburg im Breisgau und Zürich. Seit 2016 lebt er als freier Autor in der Schweiz. »Am Anfang war Schmonzes« ist Es-tis’ neuntes Buch. Darüber hinaus schreibt er Kolumnen, Essays und Reportagen für Süddeutsche, FAZ, DIE ZEIT, NZZ und andere Zeitungen. Seine Radiobeiträge sind regelmäßig auf Deutschlandfunk Kultur zu hören. Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Kurt-Tucholsky-Preis.

Ticketbestellung auch per Mail möglich an: tickets@literaturhauskassel.de oder online:

„Sind Antisemitisten anwesend?“ – Lesung mit Lea Streisand, Michael Bittner und Heiko Werning

Samstag | 30.5.2026 |Sara Nussbaum Zentrum Kassel | 19 Uhr

„Sind Anisemitisten anwesend?“ versammelt rund 80 Satiren, Essays, Gedichte, Geschichten und Cartoons gegen den Hass. Denn nicht erst seit dem Überfall der Hamas auf Israel sind antisemitische Hetze und Vorurteile sowie antisemitisch grundierte Positionen in Deutschland wieder salonfähig geworden. In dem Band haben sich die scharfsinnigsten und komischsten unter den jüdischen und nicht-jüdischen Autorinnen und Autoren versammelt, um dem neuen und alten Antisemitismus die Stirn zu bieten. Denn gegen den Hass hilft Lachen, und sei es auch manchmal ein bitteres.

Lea Streisand, Michael Bittner und Heiko Werning lesen ausgewählte Texte aus dem Sammelband. Dem grassierenden Irrsinn werden sie satirisch und scharfzüngig entgegentreten und zu Diskussionen, zum Lachen und zum Nachdenken anregen.

Heiko Werning (geboren 1970 in Münster) schreibt für taz und Titanic und liest bei den Berliner Lesebühnen Reformbühne Heim & Welt und Brauseboys. Er verfasste mehrere Bücher über den Berliner „Problembezirk“ Wedding und engagiert sich im Artenschutzprojekt Citizen Conservation. Sein zusammen mit Ulrike Sterblich verfasstes Sachbuch „Von Okapi, Scharnierschildkröte und Schnilch“ wurde als Wissenschaftsbuch des Jahres 2022 ausgezeichnet.

Lea Streisand (geboren 1979 in Ostberlin) schreibt Romane, außerdem Essays und Kolumnen für die taz, Berliner Zeitung und Jüdische Allgemeine. Sie steht seit 2003 auf Lesebühnen und ist Mitglied von Rakete 2000. Im Wintersemester 2022/23 übernahm sie die Poetik-Dozentur der Universität Paderborn. Sie ist bekannt für ihre Hörkolumne „War schön jewesen“ auf radioeins vom RBB.

Michael Bittner (geboren 1980 in Görlitz) lebt als freier Autor in Berlin. Er schreibt am liebsten Satirisches, Kritisches und Politisches, u. a. für „Die Wahrheit“ der Taz, Jungle World, Konkret und ND. Auf der Bühne steht er mit seinen Texten regelmäßig bei den Lesebühnen Prunk & Prosa in Berlin, Sax Royal in Dresden und dem Görlitzer Kantinenlesen.

Ticketbestellung auch per Mail möglich an: tickets@literaturhauskassel.de oder online:

„Politisch koscher!? Nix für Kinder!“ – Puppentheater mit Shlomit Tripp

Sonntag| 31.5.2026 |Palais Bellevue | 19 Uhr

„Puppen belehren nicht sondern bringen Menschen zusammen“ sagt die jüdische Puppenspielerin Shlomit Tripp und überrascht mit einer ungewöhnlichen Show für Erwachsene. Schrullige Puppen und hemmungslose Wortgefechte geben einen ungewöhnlichen Einblick in das jüdische Leben von der Nachkriegszeit bis heute. Nicht über Menschen, sondern über bizarre Momente und provokative Themen darf und soll gelacht werden, denn mit Humor lässt es sich besser leben.

Worüber unterhalten sich Holocaust-Überlebende am Tor zum Himmel? Was machten Adenauer und Ben Gurion in New York? Wie stürzt man einen antisemitischen Taxifahrer in eine Identitätskrise? Begegnen sich zwei TikTok-er in Auschwitz. Sagte der eine … Ach, kommen Sie doch einfach zur Show!

Shlomit Tripp ist Autorin, Illustratorin, Leiterin des Jüdischen Puppentheaters Bubales und konzipiert kreative Community Programme für das Jüdische Museum Berlin. Sie stammt aus einer jüdisch-sephardischen Istanbuler Familie, wurde in Berlin geboren, wuchs in Prag und Moskau auf und hat an der Universität der Künste in Berlin Kunstpädagogik studiert.

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