Die Preisverleihung für den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor findet am Samstag, 7. März 2026, statt. Die Stiftung Brückner-Kühner und Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller laden dazu um 17 Uhr ins Kasseler Rathaus ein. Marc-Uwe Kling – Slammer, Kabarettist, Podcaster und Autor diverser literarisacher Genres vom dystopischen Roman zu Kinderliteratur – wird für sein Gesamtwerk ausgezeichnet, welches ein seismografisches Gespür für brennende Themen der Gegenwart hat.Mit feinfühligem Sprachwitz und Fantasie dreht Kling diese immer um das entscheidende Grad weiter, sodass die Realität plötzlich sehr nah an der Groteske zu verorten ist. Die Laudatio auf Marc-Uwe Kling hält Daniel Oertel, Programmleiter von Ullstein Extra, Ullstein Allegria und Taschenbuch Sachbuch.

Am selben Tag wird der Förderpreis Komische Literatur an die Autorin Barbi Marković vergeben. Der Stiftungsrat der Stiftung Brückner-Kühner möchte mit der Verleihung des Förderpreises Komische Literatur explizit Markovićs unverkennbaren Humor auszeichnen, der ihre Texte und Textformen prägt. Die Laudatio auf Barbi Marković hält Linda Vogt, Verlagsleiterin Rowohlt Belletristik und Hundert Augen, die ihren Vorschlag gegenüber 33 Einsendungen aus deutschsprachigen Verlagen durchbrachte.

Marc-Uwe Kling und Barbi Marković lesen an dem Abend Kostproben aus ihrem Werk. Für musikalische Zwischentöne wird die Veranstaltung in diesem Jahr von The Beauties and Boris the Beast begleitet, einem Jazz-Trio mit Boris Löbsack, Enrico Antico und Philipp Schmitt.

Das Interesse an der Preisverleihung ist so hoch, dass die Veranstaltung bereits ausverkauft ist.

Marc-Uwe Kling

Marc-Uwe Kling wurde bekannt durch seine satirischen Werke, die Gesellschaftskritik mit Humor verbinden. Millionen haben seine Geschichten über ein kommunistisches Känguru gelesen. Sein dystopisch-satirischer Roman QualityLand stand monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Weitere Werke wie Der Spurenfinder und Views zeigen seine genreübergreifende Vielseitigkeit.

Auch als Kinderbuchautor ist Kling erfolgreich: Mit Das NEINhorn hat er eine ebenso witzige wie tiefsinnige Geschichte geschaffen, die bei Groß und Klein beliebt ist. Die Hörbücher liest er immer selbst ein. Seit einigen Jahren schreibt er auch Drehbücher und führt selbst Regie. In seinem Podcast „Scheiben & Schreddern“ spricht er mit anderen Künstler:innen über den kreativen Prozess.

Barbi Marković

Barbi Marković, 1980 in Belgrad geboren, studierte Germanistik und arbeitete zunächst als Lektorin. 2009 erschien ihr Debüt «Ausgehen», noch als Übersetzung aus dem Serbokroatischen, 2016 dann der Roman «Superheldinnen», der unter anderem mit dem Förderpreis des Adelbert-von-Chamisso-Preises ausgezeichnet wurde. Für «Minihorror», ihr viertes Buch, erhielt Barbi Marković den Preis der Leipziger Buchmesse 2024. Im selben Jahr bekam sie den Carl-Amery-Literaturpreis zugesprochen. Sie lebt in Wien.

Zum Hintergrund

Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 1985 erstmals vergeben, wurde der Stadt Kassel von der Stiftung Brückner-Kühner zum Geschenk gemacht. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Sprachkünstlerinnen und -künstlern (im ersten Jahrzehnt des Preises auch Literaturwissenschaftlern) zugesprochen, deren Werk sich auf hohem künstlerischen Niveau durch Humor, Komik und Groteske auszeichnet. Seit 1985 erhielten folgende Personen die Kasseler Auszeichnung: Loriot, Eike Christian Hirsch, Ernst Jandl, Wolfgang Preisendanz, Irmtraud Morgner, Ernst Kretschmer, Robert Gernhardt, Walter Hinck, Christoph Meckel, Volker Klotz, Hanns Dieter Hüsch, Karl Riha, Max Goldt, Franzobel, Ingomar von Kieseritzky, Peter Bichsel, George Tabori, Franz Hohler, Eugen Egner, Ror Wolf, Katja Lange-Müller, Gerhard Polt, F.W. Bernstein, Peter Rühmkorf, Herbert Achternbusch, Thomas Kapielski, Ulrich Holbein, Wilhelm Genazino, Dieter Hildebrandt, Frank Schulz, Wolf Haas, Karen Duve, Eckhard Henscheid, Sibylle Berg, Heinz Strunk, Felicitas Hoppe, Helge Schneider, Gerhard Henschel, Joachim Meyerhoff und zuletzt Nora Gomringer.

Der Förderpreis Komische Literatur zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor wird an deutschsprachige Autorinnen und Autoren verliehen, die noch in einer frühen Phase ihres Schaffens stehen. Der Stiftungsrat wählt die Preisträger aus Vorschlägen, die von Verlagen eingereicht werden. Bislang wurden folgende Personen ausgezeichnet: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochimsen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012), Wolfram Lotz (2013), Arno Camenisch (2015), Kirsten Fuchs (2016), Ferdinand Schmalz (2017), Dagmara Kraus (2018), Jakob Nolte (2019), Chrizzi Heinen (2020), Lukas Linder (2021), Anaïs Meier (2022), Noemi Somalvico (2023), Nele Pollatschek (2024) und zuletzt Stefanie Sargnagel.

Die Jury bzw. der Stiftungsrat besteht aus Friederike Emmerling (Leiterin des S. Fischer Theaterverlags), Sandra-Kegel (Ressortleiterin des Feuilletons der FAZ), Saskia Wagner (Leitung und Geschäftsführung der Caricatura Galerie für Komische Kunst Kassel) Christian Maintz (Dichter, Literatur- und Medienwissenschaftler), den Literaturwissenschaftlern Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape, Prof. Dr. Uwe Wirth und Dr. Nils Jablonski sowie Dr. Thomas Wohlfahrt (bis 2022 Leiter des Hauses für Poesie in Berlin).

Die Stiftung Brückner-Kühner

wurde 1984 von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921-1996) ins Leben gerufen und ist heute ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen, für zeitgenössische internationale Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Die kuratorische Geschäftsführung hat Literaturwissenschaftlerin Maya Alou inne, die Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin Helen MacCormac ist als stellvertregende kuratorische Geschäftsführung tätig und vertritt Julia Blando während ihrer Elternzeit.