Foto Victoria Feshchuk

Victoria Feshchuk | Foto: Maria Rey

Victoria Feshchuk aus der ukrainischen Hauptstadt Kyiv lebt seit Mitte Juli im Dichterhaus Brückner-Kühner. Der Stipendienaufenthalt erfolgt im Rahmen des Programms „Hafen der Zuflucht Hessen“, das von dem in Gießen ansässigen Verein Gefangenes Wort in Kooperation mit der Stiftung Brückner-Kühner organisiert und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert wird. Vermittelt wurde die Autorin durch Artists at Risk und das Goethe-Institut.

Im Dichterhaus arbeitet die 26-Jährige an Kurzgeschichten, Essays, Gedichten und Übersetzungen. Sie steht dabei in ständigem Austausch mit ihren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen: Eines ihrer wesentlichen Interessen während ihres Aufenthalts besteht darin, die ukrainische Literatur und Kultur hierzulande und international sichtbarer zu machen. Ein wichtiges Medium dafür ist die Online-Plattform Chytomo, die Beiträge auf Englisch und Ukrainisch veröffentlicht und für die Victoria Feshchuk als Redakteurin und Kuratorin tätig ist. Die Plattform wird von der gleichnamigen Initiative zur Unterstützung ukrainischer und osteuropäische Kulturprojekte unterhalten.

Für Chytomo entstand auch ein kleiner Essay von Victoria Feshchuck, dessen deutsche Übersetzung hier zu lesen ist. Er handelt von ihrem Aufenthalt im Dichterhaus, wo der Krieg zugleich nah und fern ist, und insbesondere von einem Langgedicht: Beginnend mit dem 24. Februar, dem Beginn der russischen Invasion, hat sie täglich drei Zeilen verfasst, in die ihre Erfahrungen mit dem Krieg einfließen. Am 24. August, dem Feiertag anlässlich der Unabhängigkeit der Ukraine, fand das Gedicht seinen Abschluss.

Victoria Feshchuk studierte Ukrainische Sprache und Literatur sowie Fremdsprachen, sodann Literatur- und Kunstwissenschaft an der Taras Shevchenko National-Universität in Kyiv und absolvierte dann ein Erweiterungsstudium der Ukrainischen Literatur und Kultur an der Jagielloński Universität in Kraków, Polen. Stipendienaufenthalte führten sie nach Palermo (2018) und ins polnische Przemyśl (2022). Sie spricht neben ihrer Muttersprache fließend Englisch, Polnisch und Russisch. Während ihres Stipendienaufenthalts möchte sie die deutsche Sprache erlernen. Ihre Gedichte, die sie in Print- und Online-Sammlungen veröffentlicht hat, wurden ins Deutsche, Englische und Polnische übertragen. Sie bereitet eine illustrierte Veröffentlichung des erwähnten Langgedichts in einer ukrainischen und einer deutschen Fassung vor.

Hier geht es zu ihrem Essay „Ein Tür-Gedicht“ >>>